Die Sportfotografie

Hallo Ihr da draußen,
zunächst einmal wird wohl eine kleine Entschuldigung fällig, weil es hier so lange still war. Allerdings habe ich derzeit Urlaub und dort wo wir waren, gab es keine Internetverbindung. Jetzt bin ich wieder zurück in der Zivilisation und voller Tatendrang. Schön war es dennoch. Hier ein Bild aus dem Urlaub:
DSC09863.jpg

Das Thema um das es heute geht ist die berühmte „Komfortzone“. Vor ein paar Wochen habe ich einen Aufruf in einem sozialen Netzwerk gesehen, in dem der Eishockey-Verein Schweinfurt (Die MightyDogs) nach einem Fotografen für seine Heimspiele suchte. Sportmotive fehlten in meinem Portfolio definitiv und ein Eishockeyverein ist eine tolle Referenz für mich, da war ich mir sicher. Da es sich bei der Sportfotografie um einen Bereich handelt, in dem ich noch keinerlei Erfahrung sammeln konnte, war ich dennoch skeptisch ob ich mich dafür melden sollte. Naja, anfragen kostet nichts und irgendwie wird es schon gehen. Ich schrieb also eine Nachricht und schob die Bedenken die ich hatte zu Seite. Allerdings nicht lange. Ich schaute mir die bisherigen Bilder an und eins wurde klar: Es ist verdammt dunkel in einem solchen IceDome. Vom erforderlichen Können einmal abgesehen, macht mir nun doch auch die technische Seite einigermaßen Sorgen. Ich würde ein lichtstarkes Zoom brauchen, einen guten Low-Light-Autofokus und je nach dem auch eine brauchbare Auflösung für eventuelle Pressefotos. Mit Blick auf mein Equipment stellte ich fest, dass ich nichts davon hatte. Umso mulmiger wurde mir als meine Nachricht an die Verantwortlichen tatschlich positiv beantwortet wurde. Ich erklärte das ich nichts versprechen könne und gerne erst einmal testen würde. Für den Verein kein Problem und so lud man mich zu einem Saison-Vorbereitungsspiel ein. Dennoch ein Derby. Also: Brauchbare Bilder waren das Ziel.
Der Tag X rückte schnell näher und es wurde Zeit, die Kameratasche zu packen. Meine Sony A7ii sollte es werden, das war klar. Sie hat einen Vollformatsensor und schneidet einfach besser als ihre kleine Schwester ab, wenn es um hohe ISO-Werte geht.  Aber woher eine Zoom-Linse zaubern? Ich besitze in diesem Bereich lediglich das 55-210 und das ist von Lichtstarke leider ganz weit entfernt. Ich lese mich noch ein bisschen ein und bringe so in Erfahrung, dass ich diese Linse zwar an die A7ii dran schrauben kann, doch reduziert sich die Auflösung hierdurch auf nur noch 10 Megapixel. Jetzt war mich sicher: Es wird eine Katastrophe. Aber was hatte ich jetzt noch für eine Wahl? Sollte ich auf den letzten Drücker alles absagen? Nein! Auch auf die Gefahr hin mit meinem Vorhaben zu scheitern, wollte ich mir nicht irgendwann später vorwerfen, dass ich es hätte versuchen sollen. Ich entschied mich für die Flucht nach vorne. Ich schraubte meinen Batteriegriff an, dann sieht das ganze wenigstens gut aus, was ich da mache. The Show must go on!
Angekommen am Icedome war ich erstmal total überrascht, wieviel Polizeipräsenz für ein Eishockey-Spiel notwendig ist. Ich suchte mir einen geeigneten Platz. Anfangs wollte ich bestmögliche Ergebnisse produzieren, bevor ich mich an Experimente wage. Also ab auf die Tribüne. Hier ist kein störendes Plexiglas im weg, welches zusätzlich Licht schluckt. Allerdings ist die Perspektive dafür auch nichts besonders und es entstehen Bilder, wie sie jeder schon kennt. Aber siehe da: Was meine Kamera auf dem Display zeigte, war völlig ok. Ich drehte noch ein bisschen an den Einstellungen und wurde langsam warm. Nach dem ersten Drittel war ich mir sicher, die Bilder liefern zu können, die der Verein von seinem Fotografen erwartet. Ich wurde mutiger und das Vertrauen in mich selbst und mein Equipment kam zurück. So beschloss ich, nach der Pause, auf die Jagt nach den Fotos zu gehen, die ich von der Vereinswebseite nicht kannte. Die Bilder, die den Unterschied machen. Ich ging in die Spur und schaffte es das ein oder andere Bild so einzufangen, wie ich es mir vorstellte.

So, nun kennt Ihr die Geschichte zu meinem kleinen Abstecher in die Sportfotografie. Für mich hat es sich gelohnt und ich habe viel über mich gelernt. Sicherlich ist es in diesem Fall so, dass die technischen Voraussetzungen besser sein könnten. Es wäre leicht die Ergebnisse mit einem 70-200 f2.8 weiter zu verbessern, die Trefferquote zu erhöhen und mich noch mehr auf die Szenen, statt auf die Technik zu konzentrieren. Was ich aber definitiv sagen kann, ist, dass man mutig sein muss. Man muss sich überwinden und seine Komfortzone verlassen, denn nur so, können wir neue Erfahrungen machen.
Die Bilder wurden von einigen Spielern gleich genutzt und das ist für mich das größte Lob.

Danke MightyDogs, für diese tolle Erfahrung!

Bis bald und bleibt gesund,
Denny

 

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