Reportage im Sport

Hi,
ich freue mich das du es wieder oder auch zum Ersten mal hier in meinen Blog geschafft hast. Ich möchte heute ein bisschen aus dem Nähkästchen der Reportage-Fotografie plaudern. Besondern möchte ich euch erzählen wie meine Sicht auf das Thema aussieht und welche Herangehensweise ich habe. Viel Spaß dabei!

Es ist Freitag und hinter mir liegt ein ganz normaler Arbeitstag. Dennoch steht heute Abend noch eine wichtige Sache an: Denn es ist Derbyzeit! Seit der letzten Saison arbeite ich mit den MightyDogs jetzt zusammen. Ehrenamtlich. Warum ich das mache? Ich möchte diese Bilder für mein Portfolio haben. Ich möchte vorzeigen können, das ich Das kann! Aber was denn nun eigentlich?

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Für mich begann alles mit dem Buch: One night in Rio. Die Nationalmannschaft wird Weltmeister und es gibt ein Buch in dem nicht ein Ball vorkommt? Zeig mal! Zusammenfassend kann man glaube ich sagen, das hier die Emotionen einer magischen Nacht und deren Folgen transportiert werden. Und genau das, macht dieses Foto-Buch so gut. Es zeigt etwas, das ein „normaler“ Fan nie sehen wird. Man nimmt als Betrachter eine Perspektive ein, die eigentlich nur ein Mitglied des Teams haben kann. Paul Ripke läuft auf den Rasen und hält drauf. Das Bildmaterial was sich im TV versendet und nur noch zu den bekannten „Best-of-Shows“ mal aus dem Archiv gekramt wird, fängt er auf Bildern ein, die ich irgendwann meinen Kindern zeigen werde. Menschen die Weinen, Träume die in Erfüllung gehen und Lasten die abfallen. Diese Bilder nehmen den Betrachter mit. Ganz nah ran. An das Team und an das Geschehen.

Man wird als Fotograf, wenn man so will, plötzlich zu dem Fan, der für alle Fan’s dort ist, wo sie normalerweise nicht sein können.

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Zurück im hier und jetzt. Einige Zeit bevor es losgeht betreten wir den Eisdome. Eigentlich sollte ich frieren, denn es ist kalt. Aber nein. Mir ist warm und das liegt nicht nur an meiner zu dicken Kleidung. Ich bin nervös. Es ist das erste Spiel bei dem ich diese Saison dabei bin und es ist ein Derby. Das Licht ist schlecht, man ist weit weg vom Geschehen und außerdem ist zwischen dem was passiert und uns Betrachtern eine Scheibe aus zerkratztem Plexiglas. Alles in allem bieten sich beim Ice-Hockey sehr schlechte Bedingungen zum Fotografieren, die man auch durch sehr teures Equipment nur bedingt verbessern lassen. Allerding ist das Spielgeschehen  für mich als Fotograf nur Bedingt interessant. Es gehört dazu. Aber jeder Fan kann sehen was passiert und verfolgt das was auf dem Eis passiert mit absoluter Spannung. Ich möchte zeigen, was dem Fan nicht auffällt. Wofür er kein Auge hat. Ich möchte ihm das Gefühl geben, dabei zu sein. Ich laufe viel während des Spiels. Auf die Tribüne hoch über dem Eis. Von hier mache ich die Bilder die der Verein auch braucht. Spielzüge, Fouls, Schlägereien und Tore.

Immer wieder zieht es mich aber neben die Bank. Da wo der Trainer ist. Da wo die Emotionen sind. Von hier kann ich Versuchen das was auf dem Eis passiert aus Augenhöhe zu fotografieren. Klappt nicht immer. Eis-Hockey ist ein wirklich schneller Sport und zumindest die Fotografen unter euch wissen, wie gut schlechtes Licht und schnelle Bewegungen zusammen harmonieren. Nicht!

Aber dann gibt es die Bilder die funktionieren. Die den Fan-Mitnehmen. Die das zeigen was ich wahrnehmen. Die zeigen was mit der Mannschaft passiert, wenn das Siegtor fällt.

Jetzt löst euch von der Sportart! Es steht 5:5. Wir sind in der letzten Minute eines Derby:

 

 

 

 

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